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HWBR verhandelt in den Golfstaaten
22. Mai 2010
Wer auch Morgen noch erfolgreich im Bildungsmarkt bestehen will, muss seine Absatzmärkte vergrößern. Die HWBR baut ihre Kontakte bis in die Golfstaaten aus.
Wenige Tage vor den Staatsbesuchen von Bundeskanzlerin Angela Merkel nutzte HWBR-Chef Peter L. Pedersen die Möglichkeit, als Mitglied einer deutschen Delegation unter Leitung der Arabisch-Deutschen Handelskammer Ghorfa, der iMove, einer Abteilung des Bundesinstituts für Berufliche Bildung BIBB, Kontakte auf der arabischen Halbinsel aufzubauen. Auf dem fünftägigen Reiseplan vom 16.-20. Mai 2010 standen neben der Hauptstadt des Königreiches Saudi-Arabiens Riyadh auch zwei
Abstecher in das Königreich Bahrein und das Emirat Qatar.
Alle Staaten im Mittleren Osten unternehmen derzeit größte Anstrengungen, um das Bildungsniveau ihrer einheimischen Bevölkerung auszubauen. Allein in Saudi-Arabien werden täglich zwei neue allgemeinbildende Schulen eröffnet. Innerhalb der letzten zehn Jahre stieg die Zahl der Universitäten von 10 auf 25. Doch das größte Sorgenkind ist nach wie vor die berufliche Bildung. Anders als in Deutschland, wo sich das Handwerk in einer Jahrhunderte alten Tradition entwickelt hat, gibt es in der arabischen Welt nichts Vergleichbares. So verwundert es nicht, dass die latente Arbeitslosigkeit bei über 20 % liegt, die sich inbesondere aus den geringer gebildeten Bevölkerungsschichten rekrutiert.
Dabei scheitert es beileibe nicht an den finanziellen Anstrengungen, - Geld ist in den ölfördernden Golfstaaten ausreichend vorhanden und es wird auch sinnvoll eingesetzt. Allein Saudi Arabien investiert nicht weniger als 20 % des Staatshaushaltes in die Bildung. Während jedoch ein Gastarbeiter vom indischen Subkontinent nur ca. 250 US-$ im Monat verdient und Einheimische über umfassende Beschäftigungsprogramme - den sogenannten "Nationalization of the Workforce" Programmen - alimentiert werden, hält sich die Motivation für Einheimische sich zu qualifizieren in eher bescheidenen Grenzen. Allein im Königreich Bahrein stehen 500.000 Staatsbürger über 1,2 Mio. Gastarbeiter gegenüber. Nicht viel anders sieht es im noch bevölkerungsärmeren Qatar aus, wo das Verhältnis zwischen Einheimischen und Gastarbeitern bei nahezu eins zu drei liegt.
Trotzdem investieren die Regierungen ungeheure Summen in die Bildung und damit in die Zukunft für die Zeit nach Öl und Gas. Insbesondere Saudi-Arabien, wo es nach wie vor eine ausgeprägte Geschlechtertrennung und eine sehr geringe Zahl von berufstätigen Frauen gibt, wird seit einigen Jahren besonders die Bildung der weiblichen Bevölkerung intensiviert. Ungeachtet dessen muss berücksichtigt werden, dass eine "akademische Qualifikation mit Diploma-Abschluss" kaum die Kenntnisse und Fertigkeiten für einen zweijährigen deutschen Facharbeiterbriefs vermittelt.
Peter L. Pedersen sieht daher für die Rostocker HWBR besondere geschäftliche Chancen. Während es in allen arabischen Staaten einerseits modernste internationale Hotelanlagen auf höchstem Niveau gibt, bestehen in den Bereichen der Qualifikation und Qualität des Hotelpersonals noch große Optimierungspotentiale. Zwar ist die Führungsebene zumeist hochwertig international besetzt, jedoch besteht ein ausgeprägtes Qualifikationsgefälle zu dem einfachen Mitarbeiterpersonal.
Der HWBR kommt dabei zu Gute, dass ein großer Teil der Hoteldirektoren aus dem deutschsprachigen Raum stammt und die Vorteile einer professionellen deutschen Berufsausbildung aus eigener Erfahrung zu schätzen gelernt hat.
Darüber hinaus werden in den Golfstaaten qualifizierte Berufsausbilder aus nahezu allen Gewerken gesucht. Ganz oben auf der Wunschliste stehen serviceorientierte Berufe wie z.B. KFZ-Mechatroniker, Klimaanlagentechniker, Housekeeping- und Hausmeisterfachkräfte, Landschaftsgärtner aber auch Gas- und Wasserinstallateure sowie Elektrotechniker.
Dabei genießen deutsche Fachkräfte ein besonders hohes Ansehen, da das deutsche Berufsausbildungssystem auch in der arabischen Welt höchste Anerkennung genießt.
Die HWBR bietet seit Kurzem einen Spezial-Lehrgang für deutsche Fachkräfte zur Vorbereitung auf eine Ausbildertätigkeit in den arabischen Staaten unter dem Titel "Internationaler Berufsausbilder" an, der zugleich auch von der Bundesagentur für Arbeit mittels eines Bildungsgutscheines gefördert wird. Deutsche Fachkräfte mit Berufsabschluss und mehrjähriger Berufserfahrung können sich bei der HWBR für eine Teilnahme an diesem Lehrgang bewerben, - der nächste Lehrgang startet am 28. September 2010.
Original-Artikel: Norddeutsche Neueste Nachrichten v. 26. Mai 2010
Der Link zu diesem Artikel lautet:
http://www.hwbr.de/de/allgemein/presse-news/hwbr-verhandelt-in-den-golfstaaten.html

































