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Hansa-Fußballer üben auf kulinarischem Feld

27. Februar 2010

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FC Hansa RostockRostock (OZ) Nachwuchsspieler und einige Profis des Fußball-Zweitligisten F.C. Hansa Rostock trainierten in der HWBR Hotelschule die hohe Schule der Esskultur.

Benimmtraining für junge Hansa-Kicker.
Wie fasst man Gläser an? Darf man die Hand in die Hose stecken? Die Hansa-Jugend lernte im Etikette-Seminar gutes Benehmen.

Marienehe. Auf den Wein mussten sie verzichten, aber ansonsten bekamen die Spieler der A- und B-Jugend des F.C. Hansa Rostock gestern Abend in der Hanseatischen Weiterbildungs- und Beschäftigungsgemeinschaft Rostock (HWBR) ein perfektes Fünf-Gänge-Menü serviert. Im Vordergrund stand jedoch nicht unbedingt das Essen, sondern das richtige Benehmen am Tisch. Etikette-Trainerin Britta Mewitz und Peter Pedersen (Geschäftsführer der HWBR) zeigten den Jugendlichen beim Stil- und Etikette-Seminar, wie man sich bei einem edlen Dinner richtig verhält.

So lernten die Fußballer, wie man eine Dame zum Tisch führt, warum man ein Glas nur am Stiel anfasst (sonst gibt es nämlich hässliche Flecken) oder dass man seine Hände niemals in die Taschen seines Sakkos steckt. "Vieles wusste ich noch nicht. Einiges hat mir aber auch mein Vater schon beigebracht", erklärte Lennart Bremer, Abwehrspieler der A-Jugend. Beim ersten Gang schauten der 17-Jährige und seine Mitstreiter ratlos auf die Riesengarnele, die vor ihnen noch in kompletter Tracht auf dem Teller lag.

Doch Britta Mewitz konnte helfen und zeigte den Kickern, wie man elegant den Kopf des Schalentieres entfernt. Der zweite Gang, eine Wildessenz mit Pistazienklößchen, bereitete da weniger Schwierigkeiten. Obwohl: "Darf ich eigentlich Brot in die Suppe tunken?" Die Etikette-Trainerin klärte auf: "Das geht auf keinen Fall."

Zwischendurch bekamen die Jungs noch eine kleine Lektion im Krawattenbinden. Wer die hilflosen Gesichter der 13- bis 18-Jährigen sah wusste gleich, wer ihnen zu Hause die Krawatte hergerichtet hatte. "Da habe ich etwas dazugelernt", gestand auch Andreas Kerner, Torwart des FC Hansa Rostock. Wie seine Teamkollegen Stephan Gusche und René Lange, ist er nicht zum Auswärtsspiel nach Fürth gefahren und nahm deshalb an dem Seminar teil. "Hier lernt man was für's Leben", ist sich der 21-Jährige sicher. Bei der nächsten Gelegenheit will der Fußballer das Gelernte auf jeden Fall anwenden. "Perfekt wird es dann sicher noch nicht sein, aber Übung macht ja bekanntlich den Meister."

Und so meisterten die jungen Hansa-Spieler auch die übrigen Gänge. "Das Schweinemedaillon war hervorragend", meint Heiko Trepse, Koch des Jugendinternats des FC Hansa Rostock. Und wie es sich für ein edles Menü gehört, klangen auch die Namen auf der Karte erstklassig. Von der schaumigen Buttererbesensoße, über die glacierten Karotten oder dem Balsamicojus bis hin zum Orangen-Kumquat-Chutney.

"Das war eine unheimlich disziplinierte Gruppe", lobt Peter Pedersen die Jugendlichen nach dem über dreistündigen Menü. "Die Spieler waren sehr aktiv und interessiert." Doch auch insgesamt habe er bisher sehr gute Erfahrungen gesammelt. "Wir haben häufiger Schülergruppen hier. Ich erlebe eigentlich immer, dass die Jugendlichen begeistert sind und Etikette erlernen wollen. Ich habe häufig mitbekommen, dass nach so einem Seminar das Selbstbewusstsein steigt." Vielleicht schaffen es ja Lange, Gusche und Kerner jetzt mit neuem Selbstbewusstsein zurück in den Kader.


Fotos:
Dietmar Lilienthal
Bericht:
Anika Hoepken
Link zum Artikel mit tollen Fotos:
Online: Ostseezeitung v. 26. Februar 2010. Printausgabe: Seite 11.

Noch mehr Fotos auf der F.C. Hansa-Website

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